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Vereinsidee

Am 16.10.2005 gründeten wir in Bern unseren Verein:

Kalliope' Verein zur Förderung lebendig-freier Tonwesenskunst’

Der Verein 'Kalliope' verfolgt den Zweck

- die Verbreitung des Gesangimpulses, auf der Grundlage der Schule der Stimmenthüllung von Frau Valborg Werbeck-Svärdström

- die Förderung musischer Projekte für jung und alt

- Unterstützung von Projekten von Regula Berger 

Bilder von der Gründungsversammlung:

Blumen für die Künstlerinnen

Regula Berger (Mezzosopran) und Susanne Schöni (am Flügel)

Hermann Birkenmeier 1
Ute Gerlach 2

Ute Gerlach und Hermann Birkenmeier erzählen von ihren Erfahrungen im direkten Kontakt mit Frau Werbeck-Svärdström

Vereinsidee:

 Hintergründe, Ziele der Vereinsgründung:

Die Gesangskultur, die Kunst sind wie so vieles in unserer Zeit in einer Wandlungs-Krise, was ist zeitgemässe  Kunst? Was sind die Aufgaben der Kunst? Der Musik? Des Gesangs?

Die von Frau Werbeck-Svärdström im 20.Jahrhundert entwickelte Schule der Stimmenthüllung hat sehr konkrete und überzeugende Antworten bereit.

„Irgendwie sind die Gesangsmethoden, die in unserer Zeit unter hundert Namen auftreten (Methoden, welche die Übung des Kunstgesanges in die Sphäre der mehr oder minder mechanischen, weil intellektuell erklügelten Exerzitien herabziehen), durch
den Geist der äusseren Naturwissenschaft beeinflusst und determiniert….und niemand kann das Chaos, das auf dem Gebiete der Gesangspädagogik wie kaum auf einem anderen Kulturgebiete herrscht, erhellen, der nicht in der Lage ist, dem Grundübel an die
Wurzel zu gehen. Es gilt eben, die Oberflächen- durch eine Fundamentalerkenntnis zu ersetzen, dh es gilt von der Betrachtung der Aussen- zu der Betrachtung der Innenseite des Gesanglichen vorzudringen.“  (aus: „Die Schule der Stimmenthüllung, Verlag am Goetheanum , Dornach, Seite 31fff)

„In dem Masse, in dem es einem gelingt, sein Körperinstrument für den Klang durchdringlich, durchleuchtbar zu machen, in
demselben Masse erscheint der Ton schön oder unschön. Schön klingt der Ton, wenn nichts von dem Körperhaften ihn am Hinausströmen, Hindurchströmen hindert. Unschön klingt er, wenn er in seinem Hinausschwingen „festgehalten“,“aufgefangen“
wird. Hat man diesen urtümliche Tatbestand der „Stimme“ erkannt, dann weiss man um das Primat der aus dem Unhörbaren heraus sich manifestierenden Stimme und es kehrt sich bei solcher Erkenntnis einfach die Einstellung des Materialismus um: nicht das Stofflich-Organische erzeugt den Ton, sondern die sinnlich unhörbare Stimme erzeugt ihn auf der Grundlage des Stofflich-Organischen.“

„Die Menschen aller Zeiten haben von dieser kosmischen Verbundenheit ihrer sinnlichen Klangoffenbarung mit der übersinnlichen im Kosmos sehr wohl gewusst….und sie haben daher Ehrfurcht und Andacht vor der Kunst des Gesanges empfunden. Wir haben dieses Bewusstsein verloren: wir glauben, dass unser stofflicher Organismus selber die Töne als Schwingungszustände der Luft  erzeuge!“…

„Soweit sind wir aber in der Dekadenz schon gekommen, dass wir die Töne selbst zu verlieren beginnen: Besitzen wir doch im  Durchschnitt als Sänger nur noch gut die Hälfte vom alten Stimmumfang.“ 
(Sie spricht in diesem Zusammenhang von „Verholzung“ des Kehlkopfes und unseres Stimmorgans)

„ Zwei unbedingte Forderungen sind zu erfüllen, bevor wir irgendetwas  erreichen können: Wir müssen lernen, nur im lebendigen
Tun zu suchen, während des Tuns mit intensiver Anspannung des Ohres zu forschen. Mit unserer ganzen Kraft, mit unserer ganzen
Liebe müssen wir dabei sein können, müssen, unsere Kraft auf einen Punkt konzentrierend, aktiv tätig sein, ohne zu erlahmen…
Nur in dem Masse, in dem wir über die bequeme Kraftgrenze hinausgehen, bilden wir uns um; nur durch stete Umbildung aber
kommen wir weiter. Und die zweite Forderung ist, dass wir….die objektive Beobachtungsgabe für das, was sich da ohne unsere
Willkür offenbaren will, bewusst erwerben.“

„Man empfindet: dieser Weg des Forschens ist zugleich künstlerisch, religiös und wissenschaftlich…Der Kunst ein Diener sein zu
dürfen, dem Ganzen der Kunst und nicht dem persönlichen Wohl dienen zu wollen, das ist Resultat und Frucht dieser besonderen
Art des Forschens.“

Da sich die Schule der Stimmenthüllung vor allem im therapeutischen Bereich einen Namen gemacht hat, hängt ihr in Sängerkreisen etwas von diesem Vorurteil an „das Werbecksingen kann man nur für die Therapie aber nicht für den Kunstgesang gebrauchen“.

Leider ist es tatsächlich so, dass man heutzutage kaum mehr eine ungeschädigte natürliche Stimme (und Atmung) findet, dass in
dem Sinne nahezu alle Menschen zunächst das atemtypengerechte, therapeutische Heilsingen benötigen, welches die
Voraussetzung ist, dass man die künstlerisch einzusetzende/geforderte  Stimme nicht mit Forcieren weiter schädigt.

In dem Sinne ist es ein Hauptanliegen des Vereins, dass diese kostbaren Impulse aus der Schule der Stimmenthüllung einem
breiteren  Publikum zur Verfügung zu stehen kommen, bzw dass ihr Existieren und ihre zukunftsweisende Kraft überhaupt bekannt werden.

So sollen auch verschiedene künstlerische Projekte von „Könnern der Schulung“ einen motivierenden Vorbildscharakter haben und
den durch die dekadenten Tonerlebnisse (durch CD-Aufnahmen und Verstärkeranlagen usw) korrumpierten Gehörsinn überhaupt
erst wieder für „wahre“ Tonqualität empfänglich machen/schulen.

Es wäre schön, wenn dadurch in den Menschen ihre ungestillte und vermutlich meist unbewusste Sehnsucht nach „geisterfüllten, lebendig freien Tönen/Tonwesensbegegnungen“ geweckt und als Triebfeder für eine zeitgemässe Schulung sowohl vom Gehör,
wie des gesamten Stimmorganismus (=Körpers) dienen würde.
Das heisst ein Ziel ist auch, die Menschen vom passiven Kunsterleben (durch Delegation  des künstlerischen Tuns an die
sogenannten „Professionellen“) zum eigenen künstlerischen Tätigwerden zu ermutigen, anzuregen.

Kunst wirkt ethisch-moralisch gesundend und harmonisierend auf Menschen und fördert die Sozialkompetenz.
Wie der Musiktherapeut Wolfgang Bossinger in seinem Buch “die heilende Kraft des Singens” an vielen Beispielen beschreibt
unter anderem von Mitgliedern des kanadische “Homeless-choirs”(Chor der Wohnsitzlosen):”seit ich in dem Chor begann, ist es wie
ein zweites Leben für mich...Musik wandelte mein Leben und sie beginnt meine Gedanken, meine Art zu Denken zu verwandeln
und die Art und Weise meines Handelns. Ich bin weniger aggressiv und geselliger, freundlicher....als ich in dem Chor begann war ich schlecht.Jetzt bin ich nicht mehr so schlecht wie damals -das bedeutet, dass die Musik meinen Charakter verändert hat.”

 

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